Reflektierte Theorie und Bildpraxis im Design
Was ist Design? Wir wissen es nicht. Was wir wissen ist, dass sich aus all den unterschiedlichen Antworten, die Designwissenschaft, Soziologie und Philosophie auf diese Frage gegeben haben, diskursive Tendenzen herausarbeiten lassen, die eine Vorstellung davon vermitteln, welche Faktoren wichtig sind, um sich einer aktuellen Vorstellung von Design anzunähern. Design soll relevant sein und diese Relevanz aus dem Kontext erhalten, der die Gestaltung und ihre Anwendung umgibt. Design soll die Komplexität der modernen, technischen und digitalen Welt transparent reduzieren und handhabbar machen. Design soll nicht nur die Oberfläche, sondern die Tiefe der Welt gestalten. Design soll Souveränität ermöglichen oder zumindest suggerieren. Design soll Wissen erzeugen, kommunizieren und durch Wissen entstehen. Gleichzeitig begegnet uns eine Flut von Bildern überall und begleitet uns in allen Lebensbereichen. Das Visuelle prägt unsere Zeit. Viele dieser Bilder entstehen durch Design oder erscheinen als Teil designter Interfaces. Die Bildpraxis sollte deshalb Teil einer kritischen Auseinandersetzung mit Designpraxis sein. Betrachtet man Interferenzen zwischen der theoretischen Verortung des Designs und realer Bildpraxis, so lassen sich unscharfe Überschneidungen von Themenbereichen und Tendenzen erkennen. In der Praxis wird ersichtlich, dass eine Reflexion des Designs nur durch Bezugnahme auf interdisziplinäre Kontextwissenschaften sinnvoll möglich ist.
Master
2018
Betreut von:
Prof. Dr. Sabine Foraita
Prof. Dr. Thomas Lange